Neurostimulation



Therapie durch Rückenmarkstimulation
Bei der Rückenmarkstimulation (engl.: Spinal Cord Stimulation - SCS) werden in der Wirbelsäule Elektroden platziert, die schwache elektrische Impulse an das Rückenmark abgegeben. Diese Impulse bewirken im Bereich des Rückenmarks eine Unterbrechung der Schmerzleitung.

(Abb. Rückenmarkstimulation hemmt Schmerzsignale an das Gehirn)


Bild

 


Die Therapie beruht auf der Tatsache, dass die Nachricht "Schmerz in einer Körperregion" durch elektrische Impulse über das Nervensystem an das Gehirn gemeldet wird. Diese Impulse werden im Gehirn als "Schmerz" wahrgenommen. Wird nun diese Nachrichtenleitung durch andere Impulse gehemmt, gelangen die schmerzauslösenden Signale nicht zum Gehirn. Stattdessen wird im Falle der Rückenmarkstimulation von den meisten Patienten ein angenehmes Kribbeln im Schmerzgebiet empfunden.

(Abb. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Rückenmarkstimulation)


Bild

 


Ein Rückenmarkstimulationssystem besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:

Elektrode(n)
Dünne Kabel mit elektrischen Kontaktstellen, über die elektrischen Stimulationsimpulse an das Rückenmark abgegeben werden. In Abhängigkeit vom Schmerzbild und der Diagnose können ein oder zwei Elektroden implantiert werden.

Verlängerung(en)
Verlängerungskabel zum Anschluss der Elektrode(n) an den Impulsgenerator.

Impulsgenerator (Nervenschrittmacher)
Ähnlich wie ein Herzschrittmacher sendet der Impulsgenerator genau festgelegte Impulse an die Elektrode. Der Impulsgenerator besteht aus einer speziellen Elektronik, die die Impulse erzeugt und einer Batterie als Energiequelle. Die Einstellung der Impulseigenschaften erfolgt durch den Arzt.

Außerdem wird der Patienten in der Regel ein Patientenprogrammiergerät erhalten. Mit Hilfe dieses handlichen Gerätes kann der Patient die Stärke der Impulse - in vom Arzt festgelegten Grenzen - verändern. Damit besteht die Möglichkeit die Stimulationsstärke an veränderte Schmerzstärken anzupassen.

Implantiertes Rückenmarkstimulationssystem mit einer Elektrode

Die Rückenmarkstimulation hat seit ihrer Einführung in den 70er Jahren bei vielen tausend Patienten weltweit die Schmerzen gelindert. Es ist jedoch kein Heilmittel für die Ursachen des Schmerzes. Bei einer erfolgreichen Behandlung liegt die zu erwartende Schmerzlinderung bei 50-75%. Die Rückenmarkstimulation hat in der Regel - abgesehen von dem ja erwünschten Kribbelgefühl - keine weiteren Nebenwirkungen.

Durch die Rückenmarkstimulation werden im Regelfall weder Nerven noch das Rückenmark geschädigt. Nach Entfernen des Systems stellt sich in der Regel der Ausgangszustand wieder ein.

Die Therapie ist nicht für jeden Patienten geeignet. Ob ein Patient von dieser Therapie profitieren kann, kann NUR der behandelnde Arzt beurteilen.

(Abb. Implantiertes Rückenmarkstimulationssystem mit einer Elektrode)


Bild